Wirtschaft

Energie für Kryptowährung: US-Unternehmen nutzt Kraftwerk für Bitcoin-Mining – Wirtschaft


Die Begriffe erinnern an vergangene Zeiten: Schürfen, Kraftwerk, Marktplatz. Mit ursprünglicher Energieversorgung hat das sogenannte Bitcoin-Mining allerdings nicht mehr viel zu tun. Lediglich der Ort des Geschehens bleibt etwas, worunter sich praktisch jeder etwas vorstellen kann. Denn für das Schürfen der Kryptowährung braucht es viel Rechenleistung und damit sehr viel Strom. Laut einem Bericht des „Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index“ benötigt die Bitcoin-Produktion jährlich etwa 115 Terrawattstunden. Zum Vergleich: Der Bruttostromverbrauch in Deutschland liegt laut Statistischem Bundesamt im Schnitt zwischen 500 und 600 Terrawattstunden.

Um also die Bitcoin-Produktion möglichst kostengünstig gestalten zu können, entscheiden sich Firmen meist für Kraftwerke in Ländern mit niedrigen Energiepreisen. Lange Zeit war China deshalb der Marktführer bei der Bitcoin-Produktion. Im September allerdings verhängte die Regierung dort ein Verbot jeglicher Bitcoin-Transaktionen. Durch diesen sogenannten „China-Crackdown“ wechselten viele Firmen kürzlich zur Stromerzeugung in die USA. Dort sind nämlich nicht nur die Strompreise günstig, die Unternehmen können auch auf annähernde politische Stabilität setzen.

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Besonders prominent geworden im Bitcoin-Geschäft ist deshalb zuletzt auch die Atlas Holding. Das Unternehmen hatte bereits vor zehn Jahren das insolvente Kohlekraftwerk Greenidge Generation gekauft, um dessen Ökobilanz aufzubessern. Mithilfe staatlicher Förderung wandelte Atlas die Anlage in ein Erdgaskraftwerk mit Fracking-Technologie um. Nur wird in der Region rund um das Kraftwerk der Energiebedarf bereits komplett abgedeckt. Die produzierte Energie aus dem Greenidge Generation wird daher für eine Bitcoin-Mining-Farm von Atlas genutzt. Allein zwischen 2020 und 2021 sollen dabei mehr als 1000 Bitcoins geschürft worden sein. Bei einem aktuellen Bitcoin-Preis von rund 55.000 Euro hat die Holding mehrere Millionen Umsatz erwirtschaftet. Umweltschützer kritisieren dies.

Während weltweit die Reduktion des CO2-Ausstoßes angestrebt wird, produziert hier ein Kraftwerk zusätzlich Energie, die nicht gebraucht wird. Außerdem nutzt das Kraftwerk der Atlas Holding Kühlwasser aus dem nahe gelegenen See und speist es anschließend in erwärmter Form wieder in einen Fluss. Das Unternehmen beruft sich auf die Klimaneutralität des Werkes. Diese wird allerdings nur über den Handel mit CO2-Zertifikaten erreicht.

Doch die Atlas Holding ist nicht die einzige Firma, die abgehängte Kraftwerke für ihr Bitcoin-Mining aufkauft. Auch die Stronghold Digital Mining hatte vor einigen Wochen ein Kohlekraftwerk in Pennsylvania mit dem gleichen Ziel gekauft. Hier wird sogar weiterhin Kohle verbrannt, um die Kryptowährung zu schürfen.

Nach den Ereignissen rund um Greenidge Generation werden nun Forderungen laut, dass die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathleen Hochul, Genehmigungen für derlei Kraftwerke nicht verlängern soll. Auch die Entstehung von neuen „Krypto-Kraftwerken“ müsse verhindert werden. Zuletzt hatte Tesla-Chef Elon Musk diese kritisiert und sich für eine CO2-neutrale Produktion im Bereich Krypto-Mining ausgesprochen.



Quelle

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