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Große Angst vor Corona-Mutanten: Beliebtes Urlaubsziel schließt Touristen noch bis 2022 aus – Reise



Keine Demokratie hat bislang eine derart lange Einreisesperre verhängt wie Australien. Mindestens bis 2022 dürfen keine ausländischen Touristen ins Land, verkündete Premierminister Scott Morrison. Dafür hat die Regierung in Canberra eine Grenze gezogen, ab der die Außengrenzen wenigstens für eigene Staatsbürger und später auch für aufenthaltsberechtigte Ausländer wie Studenten geöffnet werden.


80 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren müssen durchgeimpft sein, ein Ziel, das bald erreicht ist. Dann dürfen wenigstens geimpfte Bürger und Personen mit ständigem Wohnsitz in Australien ab November und somit zum ersten Mal seit März 2020 wieder per Flug aus Übersee einreisen. Wer vor der Pandemie nicht im Land war, musste so lange auf die Rückkehr warten. Nun wird der Flughafen von Sydney voraussichtlich der erste sein, der für geimpfte Reisende wieder geöffnet wird.

Australien hat Tradition, die Grenzen restriktiv zu überwachen

Australien hat eine gewisse Tradition, seine Grenzen besonders zu schützen. Als Insel, die gleichzeitig ein eigener Kontinent ist, achtet man etwa darauf, keine Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen ins Land zu lassen, außerdem will man die heimische Tier- und Pflanzenwelt vor invasiven Arten schützen. Selbst ein Apfel, der aus Europa im Handgepäck eingeführt wird, ist bei der Einreisekontrolle strafbar. Ähnlich restriktiv verfährt das Land mit der Gefahr des Einschleppens von Corona-Varianten.

Die strengen Reisebeschränkungen, die die meisten Australier nicht ausreisen und die meisten Ausländer nicht einreisen ließen, haben nebenbei zur niedrigsten Einwanderungsrate seit dem Zweiten Weltkrieg geführt.


Doch während viele Länder strenge Lockdowns verhängten, schützt Australien zwar besonders konsequent seine Außengrenzen, ließ im Gegenzug aber der eigenen Bevölkerung deutlich mehr Freiheiten als andernorts auf der Welt. Ausgenommen sind große Metropolen wie Melbourne oder Sydney, wo signifikant höhere Zahlen zum Lockdown führten.

Nun wurden in einem ersten Schritt die Einreisebeschränkungen für Australier aufgehoben, bald kommen aufenthaltsberechtigte Migranten und internationale Studenten an die Reihe – noch vor den Touristen. Premier Morrison nannte aber noch keinen Termin, wann Urlauber wieder einreisen dürfen. Er sagte lediglich „Wir werden nächstes Jahr auch wieder internationale Besucher haben.“

Ab diesem Termin darf man wieder nach Australien

Der wichtige Australian Tourism Export Council, der mit Touristen aus aller Welt vor der Pandemie immerhin 45 Milliarden australische Dollar (28.5 Milliarden Euro) pro Jahr umsetzte, ist ob der Ungewissheit schwer frustriert. Er drängt aber darauf, dass internationale Besucher ab März wieder ins Land dürfen.

Nun plant die Regierung, dass wenigstens Menschen aus „bestimmten Ländern wie Neuseeland vollständig quarantänefrei einreisen können, wenn dies sicher ist“, so Morrison. Doch auch hier nannte er keinen Zeitpunkt. Den Nachbarn nannte er deshalb explizit, weil Neuseeland ähnlich tickt. Beide Länder gestanden sich zwischenzeitlich sogar gegenseitig quarantänefreies Reisen zu, als beide Länder nur sehr geringe Covid-19-Zahlen hatten.

Neuseeland führte die Quarantäne wieder ein

Aber Neuseeland führte die Quarantäne wieder ein, weil die australischen Behörden versagten, als eine US-Flugbesatzung die Delta-Variante des Coronavirus im Juni via Sydney einschleppten. Neuseeland wollte auf keinen Fall diese Variante im Land haben.


Inzwischen meldete der australische Bundesstaat Victoria einen nationalen Rekord von 1.763 neuen lokalen Infektionen, Australiens zweitbevölkerungsreichster Bundesstaat meldete außerdem vier COVID-19-Todesfälle – geringe Zahlen im Vergleich zu denen, die wir aus anderen Teilen der Welt kennen.

Australien verabschiedet sich derweil von der Null-Covid-Strategie, die geimpften Bewohner von Sydney erleben gerade eine Lockerung der Coronaregeln. Museen und Kinos dürfen etwa wieder öffnen. „New South Wales führt die Nation aus der Pandemie“, sagte der Ministerpräsident des Bundesstaats, Dominic Perrottet. Grundlage für das Ende des Lockdowns nach 106 Tagen ist eine Impfquote von mehr als 70 Prozent.



Quelle

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