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Julian Nagelsmann beim FC Bayern: Verschnupft in der Küche – Sport


Julian Nagelsmann hatte viel Lob übrig für seinen Assistenten und Vertreter. Dino Toppmöller, der schon am Mittwoch in der Champions League in Lissabon anstelle des coronapositiven Cheftrainers das Team des FC Bayern anleitete und auch an diesem Samstag gegen Hoffenheim an der Seitenlinie stehen wird, sei „ein sehr ruhiger Typ Mensch“, habe ein „großes Herz“ und „sehr guten Fußballsachverstand“. Toppmöller dürfe nun „gerne ein bisschen im Scheinwerferlicht stehen“. Doch vor der Partie stand Nagelsmann dort noch mal selbst.

Der Freitag war ein durchaus besonderer Tag in der inzwischen mehr als eineinhalb Jahre langen Historie der pandemiebedingten Videopressekonferenzen beim FC Bayern. Stets hatte seitdem der Chefcoach vor der Kamera aus dem altehrwürdigen Pressestüberl an der Säbener Straße gesprochen und über die Personalsituation informiert. Diesmal meldete sich Nagelsmann aus der häuslichen Isolation. Mit bis zum Kragen zugeknöpftem Hemd saß er am Schreibtisch vor einer weißen Wand.

Nagelsmann hat ein kleines Analysezentrum daheim

Er beschrieb, dass er sich daheim ein „kleines Analysezentrum“ gebaut habe, mit großem Bildschirm, Laptop und iPad. „Es sieht aus wie in einem Rechenzentrum in der Küche, damit ich einen kurzen Weg zum Tee habe.“ Er sprach mit verstopfter Nase, aber er fühle sich „relativ fidel“, erklärte er. Und so wirkte er auch. „Ich habe sogar Parfüm drauf“, sagte er.

Nagelsmann, 34, hat auch die obligatorische Frage nach der Verletztensituation beantwortet, Leon Goretzka und Alphonso Davies fallen weiterhin aus, ansonsten gibt es sportlich beim FC Bayern gerade keine Probleme. Aber mindestens genauso ausführlich sprach der Trainer diesmal über seine eigene Gesundheit. „Ich bin ganz guter Dinge, schnell wieder zurückzukommen“, sagte er.

Die Chronologie der vergangenen Tage schilderte er so: Schon am Sonntag, als die Bayern 5:1 in Leverkusen gewannen, habe er Erkältungssymptome gespürt und sich testen lassen, mit PCR- und Schnelltests – „freiwillig“, denn Nagelsmann ist doppelt geimpft, wie der Verein bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte. Die Ergebnisse der Tests am Sonntag seien negativ ausgefallen, genauso am Montag und am Dienstag.

Die Symptome, die er gespürt habe, bezeichnete er als „keine coronatypischen“ und „nicht coronabedingt“. Ferngehalten habe er sich von Spielern und Kollegen in den Besprechungen trotzdem, schließlich würde er auch niemanden mit einem Schnupfen anstecken wollen. Und als dann der am Mittwoch abgestrichene Test am Donnerstagmorgen nach dem Spiel in Lissabon positiv ausfiel, sei er „auch etwas erschrocken. Ich dachte, ich habe einen grippalen Infekt.“

Bedeutsam könnten diese Schilderungen aus zwei Gründen sein. Einmal gibt es im Kader des Rekordmeisters dem Vernehmen nach noch Spieler ohne Impfschutz, auf eine Infektion mit dem Coronavirus werden nun vorerst wie in der vergangenen Saison wieder alle Beteiligten getestet. Außerdem könnte Nagelsmanns mögliche Rückkehr schon am kommenden Mittwoch zum DFB-Pokal-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach auch vom Verlauf seiner Infektion abhängen. Das Gesundheitsamt München erlaubt eine Freitestung aus der Quarantäne ab dem fünften Tag nach der Infektion nur für den Fall, dass keine Symptome aufgetreten sind.

Erst mal sind nun aber ohnehin noch mal seine Assistenten gefragt, Toppmöller, Xaver Zembrod und Benjamin Glück. „Ich vertraue meinen Leuten, dass sie die richtigen Worte wählen“, sagte Nagelsmann. Er will wie bereits in Lissabon während des Spiels mit ihnen in Kontakt stehen, die Szenen für die Analyse in der Halbzeit auswählen. Aber eine Ansprache per Video will er nicht halten.



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