Leben

Nina Mittelham vom TTC Berlin Eastside: „Tischtennis ist mein Leben“


Nina Mittelham vom TTC Berlin Eastside

„Tischtennis ist mein Leben“

Nina Mittelham vom ttc eastside Berlin (imago images/Revierfoto)
Bild: imago images/Revierfoto

Beim DJK VfL Willich lernte Nina Mittelham Tischtennis spielen. Es folgte ein rasanter Aufstieg an die Weltspitze. Für TTC Berlin Eastside und den Deutschen Tischtennis-Bund jagt sie Erfolg um Erfolg, hat aber lange noch nicht genug. Von Nico Giese

Nina Mittelham kann den Unterschied machen. Sie ist beim TTC Berlin Eastside einer der Erfolgsgaranten, dies zeigte sich auch wieder am vergangenen Spieltag. Gegen die größten Konkurrentinnen aus Kolbemoor gewann Mittelham alle ihrer drei Spiele. Egal ob im Doppel oder im Einzel, es scheint als könne sie fast leichtfüßig Spiele für sich entscheiden.

Auch in scheinbar aussichtslosen Situationen kann die junge Willicherin das Spiel nochmal umdrehen, so auch am besagten Spieltag. In ihrem Doppel mit Britt Eerland stand es nach zwei Sätzen 0:2 für Kolbemoor, von da fing die Aufholjagd an. Mittelham und Eerland zeigten ihre ganze Klasse, konnten das Spiel in drei Sätzen drehen und gewannen es mit 3:2.

Im Einzel konnte Mittelham gegen ihre beidem Nationalmannschafts-Kolleginnen, Yuan Wan und Kristin Lang, glänzen und besiegte beide souverän mit 3:1 und 3:0.

Sportliche Laufbahn

Bis 2006 DJK Vfl Willich

2006-2009 SC Bayer 05 Uerdingen

2009-2010 TuS Uentrop (Damen- Regionalliga)

2010-2012 DJK Holzbüttgen (2. Damen- Bundesliga)

2012-2018 TuS Bad Driburg (1. Damen- Bundesliga)

Seit 2018 TTC Berlin Eastside (1. Damen- Bundesliga)

Ihre Wechsel bis nach ganz oben

Nina Mittelham wurde in Willich (NRW) geboren und erlernte dort auch das Tischtennisspielen. Bis 2006 spielte sie bei ihrem Heimatverein DJK VFL Willich. Von dort aus wechselte sie bis 2018 zu fünf verschieden Vereine und konnte bei jeder Station ihr Können, in immer höheren Ligen, unter Beweis stellen. 2013 gab sie dann, für den TuS Bad Driburg, ihr Debüt in der 1. Bundesliga.

2018 fand sie schlussendlich ihren Weg in die Hauptstadt und erlebt seitdem die erfolgreichste Zeit ihrer noch jungen Karriere. Dies zeigte sich vor allem letzte Saison, als sie zum ersten Mal das Triple mit dem TTC, bestehend aus der deutschen Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Sieg gewann.

„Sie ist jetzt auf einem anderen Niveau.“ So bewertet Trainerin Irina Palina die Entwicklung von Mittelham. Die 23- jährige hat jüngst die Team- Europameisterschaft und bei den Europe Top 16 im Einzel, die Gold-Medaille gewonnen. Damit scheint es so, als wäre sie den nächsten Schritt auf dem Weg zur Weltspitze gegangen. „Ich habe sie jetzt länger nicht gesehen. Sie hat inzwischen die Europameisterschaft gespielt und man sieht sie hat sich verbessert“, fasst Palina zusammen.

„Spielerisch als auch im Kopf ist sie jetzt auf einem anderen Niveau“, fügt die Trainerin im Interview mit dem rbb hinzu. Bei all dem Lob bleiben aber trotzdem noch Verbesserungswünsche der Trainerin offen. „Manchmal wünsche ich mir, dass sie beim Spiel etwas aggressiver ist. Sie ist beim Spielen immer noch zu nett“, so Palina.

Ob dies der Schlüssel zu noch größeren Erfolgen ist, bleibt unklar denn Mittelham sieht ihre Stärke in der Ruhe ihres Spiels. „Bei mir ist das Problem: Wenn ich zu emotional im Spiel werde, verliere ich oft meine Konzentration und weiß nicht mehr was ich eigentlich spielen möchte“, analysiert die 23-Jährige.

Über Erfolge, Träume und Vorbilder

Die Vitrine bei Nina Mittelham muss voll sein, denn sie hat schon in jungen Jahren fast alles gewonnen, was ihr vor den Schläger kam. So gewann die damals 14-jährige 2011 sowohl die deutsche Meisterschaft als auch die Europameisterschaft, im Doppel und Einzel. 2013 (Tschechien) und 2018 (Spanien) gewann sie erneut in unterschiedlichen Kategorien die der Europameisterschaft.

Zu ihren größten Erfolgen zählt die junge Rheinländerin aber dennoch: „Als wir letztes Jahr die Champions-League gewonnen haben, war das schon ein großes Ereignis […]. Für mich persönlich waren, als wir jüngst die Team-Europameisterschaft und ich die Europe Top 16 gewonnen haben, schon die größten Erfolge.“

Doch trotz all der Titel hat sie noch lange nicht genug. So zeigte sie sich ambitioniert auf die Frage, was denn ihre Ziele für die Zukunft seien: „Bei Olympia würde ich gerne selbst spielen und nicht nur als Nummer vier dabei sein. Ich würde gerne Einzel- Europameisterin werden, das ist der einzige Titel, der mir noch in Europa fehlt, und eine Medaille bei der WM wäre auch schön“.

Dass sie ein von diesen Titeln gewinnen wird, ist bei ihrer jetzigen Entwicklung nur eine Frage der Zeit. Trotzdem gibt sie sich bescheiden und verwies auf die Fähigkeiten anderer Spieler, die sie sich gerne aneignen würde. So zeigte sie sich beeindruckt von der mentalen Stärke, vor allem in schwierigen Spielsituationen, des zweifachen olympischen Bronze-Gewinners, Dimitrij Ovtcharov.

Was kann von ihr erwartet werden?

Mittelham ist keineswegs zurückhaltend, was den Wunschverlauf ihrer Karriere angeht. Sie ist eine harte Arbeiterin und trainiert täglich zweimal, um ihr Spiel immer weiter zu verbessern. Auf die Frage, was sie denn neben dem Tischtennis mache, sagt sie: „Nichts, Tischtennis ist mein Leben.“ Gefördert wird sie seit 2016 durch die Sportförderung der Bundeswehr, so kann sich die Stabs-Unteroffizierin perfekt auf ihre Karriere fokussieren. Ihr Ziel ist es, 2024 bei Olympia in Paris dabei zu sein. Damit könnte ihr ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Weltspitze gelingen.

Sendung: rbb UM6, 14.10.2021, 18 Uhr



Quelle

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