Reisen

Von der Veddel nach Amerika


Für viele starb die Hoffnung zuletzt. Zwischen 1880 und 1914 traten mehr als zwei Millionen Juden aus Ost- und Mitteleuropa die große Reise ins Sehnsuchtsziel Amerika an. Aus wirtschaftlicher Not und wegen religiöser Verfolgung.

AdUnit Mobile_Pos2

AdUnit Content_1

Hamburg

Anreise Mit dem Zug ab Stuttgart direkt nach Hamburg, www.bahn.de. Direktflüge gibt es mit Eurowings, www.eurowings.de.

Unterkunft Das Hotel Atlantic ist ein traditionelles 5-Sterne-Haus an der Außenalster mit großartiger historischer Lobby – seit über 110 Jahren Luxusquartier (nicht nur) für Übersee-Reisende. DZ ab 216 Euro, F 36 Euro, www.marriott.de. Hotel Speicherstadt, (4 Sterne+), zentral in der Speicherstadt in der Nähe zur Elbphilharmonie gelegen, DZ ab 156 Euro p. P., https://ameroncollection.com

Aktivitäten Das Museum Ballinstadt erreicht man mit der S 3 und S 31, Station Veddel. Die Sonderausstellung „Ballinstadt – Hamburger Hafen deutsch-jüdischer Geschichte“ wird noch bis zum 31. Dezember 2021 gezeigt. Eintritt ab 13 Euro, Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr. Letzter Einlass um 15.30 Uhr. Weitere Infos unter www.ballinstadt.de oder www.2021jlid.de

Allgemeine Informationen Hamburg Tourismus, www.hamburg-tourism.de

Über die Hälfte von ihnen wagt mit der Hapag-Reederei den Sprung ins Ungewisse über Hamburg, wo die ärmeren von 1901 bis 1934 in den Auswandererhallen auf der Veddel untergebracht wurden, die reichen Passagiere sich die wenigen Tage vor der großen Fahrt im 19o9 eigens für sie gebauten luxuriösen Atlantic-Hotel an der Außenalster vertrieben.

Heute lädt das Museum Ballinstadt, benannt nach Albert Ballin, dem Generaldirektor der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft und eine der einflussreichsten jüdischen Persönlichkeiten des Deutschen Kaiserreichs, dazu ein, sich in den wiederaufgebauten Hallen in der Sonderausstellung über die deutsch-jüdische Geschichte im Hamburger Hafen facettenreich zu informieren.

Es gibt hier mehr zu erfahren, warum Hamburg der bevorzugte Auswandererhafen für so viele jüdische Menschen war, welche Rolle Ballin spielte und wie sich das Leben in den einfachen Hallen für die Migranten gestaltete. Etwa für den Perückenmacher Maksymilian Faktorowicz, der trotz einer steilen Karriere als persönlicher Berater der Zaren-Dynastie und der kaiserlich-russischen Großen Oper in Kosmetik-Fragen vor dem aggressiver werdenden Antisemitismus in Russland über Hamburg nach Amerika flüchtete – um dort als Max Factor der Kosmetiker von Hollywood-Stars wie Bette Davis oder Marlene Dietrich zu werden. Mit Erfindungen wie wasserfestem Mascara oder Lipgloss. Oder für die Frauenrechtlerin Pauline Perlmutter Steinem, die schon 1881 aus Angst vor den Pogromen Polen verließ. Oder für die russisch-jüdische Schriftstellerin Maryashe Antin, die in ihren Schriften über die Erfahrung, eine Emigrantin zu sein, Auswanderern eine Stimme gab. Die Sonderausstellung präsentiert sich im Rahmen des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Sie erzählt von den Küchen, in denen koscheres Essen gekocht wurde, von der Synagoge und den Dingen, die die Auswanderer aus Europa nach Amerika brachten – wie den Bagel oder das Pastrami-Sandwich. „Die Geschichte der jüdischen Auswanderung dieser Zeit ist bis heute untrennbar mit dem Namen Albert Ballin verbunden. Diesem Schaffen fühlt sich das Auswanderermuseum Ballinstadt verpflichtet“, sagt Museumsgeschäftsführer Volker Reimers. Ein paar Kilometer entfernt auf der Reeperbahn vor der Hausnummer 141 erinnert ein Stolperstein an Jakob Rhein, geboren 1883, ermordet 1943 im KZ Neuengamme. Auch er gehört dazu, wenn man sich in Ballinstadt mit der jüdischen Geschichte in Deutschland befasst.

AdUnit Mobile_Pos3

AdUnit Content_2



Quelle

Letzte Beiträge

Finnische Winterabenteuer für jeden Geschmack, Wolters Reisen GmbH, Pressemitteilung

kap.tv

Corona in Australien: Einreise wieder möglich, nur nicht für Touristen – Reise

kap.tv

Was zählt zur Arbeitszeit dazu?

kap.tv

Kommentar hinterlassen